Leserbrief von Frau Lang

Liebe Grüne,

lieber Herr Schäfer,

heute habe ich Ihren Beitrag “Blumenwiesen – Es geht auch einfach!” gelesen. Ich danke Ihnen für Ihre (zu)treffenden und mich mit Freude erfüllenden Aussagen.

Da ich ausschließlich den ÖPNV benutze, erfreue ich mich seit Wochen am Bahnhof stehend jedes Mal an dem “Wildwuchs”. Auch auf meinen weiten Streifzügen auf Marienheider Gebiet und darüber hinaus habe ich immer wieder mit Freude festgestellt, dass an zahlreichen Wegrändern nicht gemäht wurde; viele Wildblumen sind wieder “da”, die ich aus Kindheitstagen kenne: u.a. “Zahnbürsten” (Schlangen-Knöterich), “Fleischblumen” (Kuckucks-Lichtnelke), Klee und auch wieder leuchtender Mohn. Am Ende des Bockelsburger Weg Richtung Däinghausen entdeckte ich vorgestern eine kleine Fläche mit Wildblumen! Andere wunderschöne Pflanzen sind nahezu verschwunden – z.B. Schlüsselblumen, die bis vor ein paar Jahren einen großen Wiesenbereich bei Gummersbach-Bernberg im Frühling gelbleuchtend erstrahlen ließen…

Dass die Verwaltung die Anregung des Umwelt- und Klimaausschusses für Artenvielfalt / Schutz der Insekten Wildblumen-/Blühflächen anzulegen als gar nicht so einfach hinstellt, wundert mich nicht, sondern scheint mir der unbedingte Wille zu sein, weiterhin ignorant bzw. verweigernd sich jeglichen dringend erforderlichen Maßnahmen zu Umwelt-/Klimaschutz zu widersetzen. Und dann auf Kosten im  4-stelligen Bereich hinzuweisen, ist meiner Meinung nach unseriös und ein Skandal angesichts der Zerstörung des Biotops Heilteich mittels der ” ISEK-Million”!  Ich hoffe sehr, dass es mit den Grünen weiter so steil aufwärts geht…und die Verwaltung mehr und mehr zum (Um)denken gezwungen ist.

Herzlichen Dank für Ihren Einsatz mit dem Sie beweisen, was machbar ist mit wenig finanziellen Mitteln, aber viel Initiative. Und in diesem (!) Fall kann auch ich der Bahn fürs Nichtstun danken.

Wenn Sie planen in Eigeninitiative weitere Flächen (wie vor Rossmann) zu bepflanzen, biete ich meine Hilfe an.

Ja, und der Müll in der Natur….mein Vater sammelte – solange er konnte – viele, viele Rücksäcke Müll in Wald und Flur ein, auch Flaschenscherben, um Waldtiere zu schützen.

Wenn ich allein beim Blick aus meinem Küchenfenster immer wieder die Abfälle auf dem Kleinbahnweg sehe, die Menschen dort “fallenlassen” – oft direkt vor den Bänken, obwohl dort Abfallkörbe sind…unfassbar.

Ich werde beginnen bei meinen Ausflügen Zigarettenkippen einzusammeln….wiegen ja fast nichts….und sind deshalb für mich zu transportieren.

Noch eine andere Sache: Ich bedauere, dass der Bioladen in Marienheide nur wenige Monate existierte. Ich habe den Eindruck, dass es nicht an mangelndem Interesse der Marienheider Bürger*innen lag, sondern eher an dem sehr eingeschränkten Angebot. Mir geht immer wieder der Gedanke eines genossenschaftlichen Bioladens durch den Kopf. Da ich aber selbst kaum mitarbeiten könnte, bleibt es für mich nur ein Wunsch.

Sehen Sie als Grüne eine Möglichkeit für eine solche Initiative?

Mit freundlichen Grüßen

Cornelia Lang

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